Monatsgedanke Dezember 2024:Ganz schön heruntergekommen...

Seit ich nicht mehr bei meinen Eltern lebe, verbringe ich die Adventszeit ohne Adventskranz. In meiner Studentinnenwohnung stand jahrelang ein Teller mit vier Kerzen, das musste reichen - bis in einem Jahr eine kleine Adventstreppe bei mir einzog. Mein Papa hatte sie gebaut: Vier Holzbögen in verschiedenen Größen, jeder mit einem Teelicht und einer Zahl für den Adventssonntag.
Auch viele Jahre nach meiner Zeit als Studentin - mit mehr Platz und mehr Geld - stelle ich im Advent statt einem Kranz die Treppe auf. Denn mir gefällt, wie sie aufgebaut ist: Der erste Advent ist die oberste Stufe. Und dann geht es Stufe für Stufe nach unten.
Für mich passt das zu meinem Glauben an einen heruntergekommenen Gott, an einen Gott der sich in Situationen begibt, die nicht idyllisch, hübsch, warm oder gemütlich sind, an einen Gott, der unter den "Heruntergekommenen" ist.
Und die Treppe erinnert mich immer wieder daran, dass ich mir an diesem Gott ein Beispiel nehmen will - im Advent, an Weihnachten und auch mit Blick auf das neue Jahr.
Pastoralreferentin Carina Rui
