Monatsgedanke März 2026
Als Spielmann Gottes sah sich Franz von Assisi. Im 13. Jahrhundert lebend, verzichtete der Sohn eines reichen Tuchhändlers auf seinen gesamten Besitz. Er lebte in Armut und begann - dem Ruf Gottes folgend - die verfallene Kirche San Damiano wiederaufzubauen. Bald erkannte er, dass Gott ihn nicht zum Aufbau eines Gotteshauses, sondern zur Renovierung der gesamten Kirche berufen hatte. So wurde er zum Apostel, sammelte Gleichgesinnte um sich und gründete den Orden der Franziskaner
Franziskus von Assisi – der Heilige aus dem 13. Jahrhundert bewegt bis heute Tausende von Männern und Frauen weltweit. Seine Botschaft ist zeitlos: Es geht nur im MIT-einander. Das hört sich einfach an. Ist es aber nicht. Des Menschen höchster Traum ist: unabhängig sein; niemanden mehr benötigen; oben sein. Und sei es um den Preis höchster Einsamkeit.
Franziskus, der Kaufmannssohn, hatte – damals schon! – begriffen: Wer glaubt, alles zu haben oder zu wissen, der fragt nicht mehr. Der braucht nichts mehr. Der glaubt, sich alles leisten zu können. Bis hin zu bodenlosem Egoismus.
Dem setzt Franziskus von Assisi das freiwillige Betteln entgegen. „Könntest du mal bitte … ?“ „Wäre es möglich, mir … ?“ Das Revolutionäre daran: So spricht Gott! Nicht: Gott-Allmächtig! Nicht: Gott-Einsam! Sondern: Gott-MIT! Gott-Nicht-ohne-Dich!
Franziskanisch heißt: Nie ohne einander. Ich brauche dich. Mensch. Ob arm. Ob reich. Und dich, Schöpfung. Wir sind ein MIT-einander. Darum bin ich achtsam. Teile gern. Stecke zurück. Diene.
Ernst Alt hat die Idee vom Spielmann vor 50 Jahren ins Bild gesetzt. Franziskus stellt Konventionen infrage, handelt verrückt und ist zutiefst von Jesus erfüllt. Er lebt in der Natur, mit ihr und von ihr als Teil, nicht als Beherrscher. Er kann sich spontan freuen und im Kleinsten und Belanglosestem Gottes Vielfalt und Schönheit entdecken. Er hat Freude am Spiel und ermutigt uns, hin und wieder „die Füße nach oben „ zu setzen. Eine echt franziskanische Übung nicht nur auf dem Weg nach Ostern. Diese franziskanische Unbekümmertheit und Verrücktheit ist bezeugt und wird vom Chronisten Thomas von Celano, selbst Franziskaner, wie folgt beschrieben:
„einen kleinen, mit Faden bespannten Bogen in seine Rechte und führte ihn über das Holz wie eine Geige. Dazu führte er die entsprechenden Bewegungen aus und sang in französischer Sprache vom Zuweilen machte er es so: Wenn der Geist in seinem Innern in süßer Melodie aufwallte, gab er ihr in einem französischen Lied Ausdruck, und der Hauch des göttlichen Flüsterns, den sein Ohr heimlich empfangen hatte, brach in einen französischen Jubelgesang aus. Manchmal hob er auch, wie ich mit eigenen Augen gesehen habe, ein Holz vom Boden auf und legte es über seinen linken Arm, nahm dann Herrn. “
(Celano, Kapitel XC)
Olaf Harig, Dekan















